VÖZ-VORSTANDSKLAUSUR 2018 IN SAALFELDEN
24. April 2018

Innovationspotenziale und Zukunftsimpulse

Die diesjährige VÖZ-Klausur fand auf Einladung des ÖAMTC vom 21. bis zum 24. April 2018 in Saalfelden statt. Auf der umfangreichen Agenda stand unter anderem ein Bericht von Generaldirektor Alexander Wrabetz über die digitalen Aktivitäten des ORF. Zudem wurden die Innovationspotenziale von zahlreichen Zukunftsfeldern wie Kryptowährungen, künstliche Intelligenz und Sprachassistenzsysteme ausgelotet.
VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger, Doris Lieber (Digital Advisor bei Microsoft), ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, VÖZ-Präsident Thomas Kralinger

Die Mitglieder des Verbandes Österreichischer Zeitungen diskutierten mit ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz darüber hinaus über aktuelle Themen der österreichischen Medienpolitik im Vorfeld der Medienenquete der Bundesregierung vom 7. bis zum 8. Juni 2018.

Leistungsschau des ÖAMTC

Im Fahrtechnik Zentrum Saalfelden am Brandlhof bietet der ÖAMTC verschiedenste Strecken und Kurse auf einer Fläche von 70.000 Quadratmeter an. Die Teilnehmer der Klausur konnten neben den Arbeitseinheiten ihre Fahrtechnik auf Schleuderplatte trainieren, Geländewagen im Offroad-Park ausprobieren, bei einem Rallye-Piloten sowie einem Kart Grand Prix-Rennen mitfahren und verschiedene Fahrassistenzsysteme kennenlernen. Anhand eines Christophorus-Notarzthubschraubers wurden Einblicke in die ÖAMTC Flugrettung gewährt und die neuesten Nachtsichtgeräte vorgeführt.

Experimentability als Management-Ressource

Der Verhaltensökonom Gerhard Fehr (CEO & Executive Behavioral Designer bei FehrAdvice & Partners) sprach über Verlagshäuser 4.0. Sein Rat an Medienunternehmen verlegerischer Herkunft: „Experimentability ist die wichtigste Management-Ressource in einer digitalen Welt. Wer nicht experimentierfähig ist, endet auf dem Dinosaurierfriedhof.“

Blockchain, Kryptowährungen und Smart Contracts

Mit Blockchain, Kryptowährungen und Smart Contracts befasste sich Jurist und Wirtschaftsinformatiker Walter Blocher (Universität Kassel). Dabei analysierte er den Beitrag der Distributed Ledger Technology (DLT) zur digitalen Transformation. Dieser dezentrale Ansatz gelte als wegweisend für die Verwaltung von Daten im Internet. Die Blockchain könne seiner Meinung nach Transparenz sicherstellen und Bürokratie beseitigen.

Digitalisierung – mehr Chancen als Risiken

Der Struktur der Medienmärkte bei vollständig digitalem Konsum widmete sich Yves Schneider (Mitglied der Geschäftsleitung bei der Polynomics AG). Polynomics erstellte im Auftrag des Verbands Schweizer Medien eine Studie auf Grundlage von Expertengesprächen und ökonomischer Analysen mit einer überraschend positiven Schlussfolgerung: „Die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung verändert die Medienbranche zwar tiefgreifend, aber in unserer Prognose sehen wir dennoch mehr Chancen als Risiken.“

Hallo Echo!

Unter dem Titel „Hallo Echo! Die heutige Zukunft“ referierte Klaus Goldhammer (Geschäftsführer bei Goldmedia GmbH Strategy Consulting) über Chatbots und digitale Sprachassistenten. Das nächste Interaktionsparadigma der IT-Ära sei nach Point-and-Click oder dem Fingerwischen die menschliche Sprache. Künstliche Intelligenz bilde die Basis für diesen Wandel. Laut dem BBC Report „The Future of News“ kämen bereits 2026 90 Prozent aller Nachrichten von Roboterjournalisten.

Der unbemerkte Siegeszug der künstlichen Intelligenz

Auch Doris Lieber (Digital Advisor bei Microsoft) skizzierte den „unbemerkten Siegeszug der künstlichen Intelligenz“: „Wir merken es zwar nicht, aber wir sind im Netz schon jetzt überall von Artificial Intelligence umgeben.“ Obwohl Maschinen beim Optimieren von Prozessen unschlagbar seien, habe auch der Mensch mit seinen kreativen Fähigkeiten einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Cookies und ePrivacy

Darüber „wie die ePrivacy-Richtlinie Verlage von unnötigen Abhängigkeiten befreien kann“ sprach Christian Bachem (Geschäftsführer bei der Strategieberatung Markendienst). Es werde allgemein angenommen, dass Cookies unerlässlich seien, um Werbung zielgenau auszuspielen. Bei genauerer Betrachtung zeige sich jedoch, dass „Cookies nicht einmal als Marketing-Krücke taugen, sondern häufig Teil des Gebrechens sind.“ Verleger sollten laut Bachem ihr Engagement bei Facebook und Google überprüfen, ihre digitalen Vermarktungs- und Erlösmodelle evaluieren und möglicherweise neue rechtssichere Kundenkanäle etablieren.