Starker Anstieg an Fällen für den Presserat

JAHRESBERICHT UND FALLSTATISTIK 2021

Starker Anstieg an Fällen für den Presserat

VOM 15. März 2022

Im Jahr 2021 ist die Zahl an Fällen, bei denen der Österreichische Presserat eingeschaltet wurde, im Vergleich mit dem Vorjahr deutlich angestiegen: 647 Fälle beschäftigten den Presserat im vergangenen Jahr, das sind mehr als je zuvor. 2020 waren es noch 418 gewesen.
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Zurückzuführen ist diese Steigerung unter anderem auf die Berichte über COVID19, die auch 2021 zu einer besonders hohen Anzahl an Beschwerden führten, wie Alexander Warzilek, Geschäftsführer des Presserats, bei der Präsentation des aktuellen Jahresberichts Mitte März 2022 betonte.

Positive Entwicklung: Zwar höhere Fallzahl, aber weniger Verstöße

Die Senate des Presserats behandelten im vergangenen Jahr insgesamt 647 Fälle, in 31 Fällen wurden Verstöße gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse festgestellt. Trotz der gestiegenen Fallzahl ist die Zahl der Ethikverstöße im letzten Jahr allerdings zurückgegangen, wurden doch im Jahr 2020 36 Ethikverstöße bei 418 Fällen verzeichnet. In zwei Fällen wurden die Senate eigenständig aktiv, mussten jedoch keine Ethikverstöße feststellen.

Medienethische Entscheidungen des Jahres 2021

  • Die meisten Ethikverstöße betrafen Persönlichkeitsverletzungen (Punkt 5 des Ehrenkodex), einige auch das Gebot, Werbung von redaktionellen Inhalten abzugrenzen.
  • Darüber hinaus gab es mehrere Verstöße gegen das Gebot einer gewissenhaften und korrekten Recherche und Wiedergabe von Nachrichten, insbesondere in Zusammenhang mit der Berichterstattung zu Corona.
  • Zudem kritisierten die drei Senate im Zuge einer allgemeinen Erklärung die Beeinflussung der Medien durch Inserate der Politik, nachdem beim Presserat mehrere Beschwerden wegen der Inseratenaffäre der Bundesregierung eingelangt waren.

Der gesamte Tätigkeitsbericht 2021 sowie eine detaillierte Fallstatistik finden sich unter www.presserat.at.